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Schließen, Stoppen, Abreißen?

Im März muss der Aufsichtsrat des Flughafens BER Lösungen anbieten

Noch vor Ende des vorigen Jahrhunderts begann der Weg zum Bau eines neuen Flughafens für Berlin und Brandenburg – in Betrieb gehen wird er frühestens nach 20 Jahren. Die Geschichte des Flughafenprojekts BER in Schönefeld bei Berlin zeigt, dass auch Vorhaben der öffentlichen Hand nicht nur mit hohen Risiken verbunden sind, sondern aus dem Ruder laufen können.

So etwas geschieht nicht aus heiterem Himmel. Alles begann mit der verfehlten Standortentscheidung – die schon lange nicht mehr zu korrigieren ist. Aber der Bau eines hoch frequentierten Flughafens in einem dicht besiedelten Gebiet führt nicht nur zu beträchtlichen Belastungen für die Anwohner, sondern demzufolge auch zu erheblichen Kosten –etwa für den Schallschutz.

Später kam eine weitere Fehlentscheidung der Gesellschafter hinzu: der Verzicht auf einen Generalunternehmer beim Bau. Was damals Kosten sparen sollte, kommt allen Beteiligten heute teuer zu stehen. Denn weil eine entscheidende Verantwortungs- und Koordinationsebene fehlte, häuften sich gravierende technische Mängel insbesondere im Hauptterminal, die die Eröffnung des Flughafens seit Jahren verhindern.

Aber damit nicht genug: Auch die Kommunikation lief und läuft immer wieder schief. Vor allem, wenn es ums Geld geht. Die Flughafengesellschaft hat kein Liquiditätsproblem – auch jetzt liegen über 1,5 Milliarden Euro bereit, die sie noch nicht in Anspruch genommen hat. Was die Gesellschaft hat, ist ein langfristiges Finanzierungsproblem – weil sie mit einem Flughafen, der nicht eröffnet, eben auch kein Geld einnehmen kann.

Kein Wunder, dass angesichts all dessen das dringend notwendige Vertrauen mehr und mehr zerbröselt. Zwar werden Teile des Flughafens bereits heute genutzt: Über 30 Funktionsgebäude vom Feuerwehr-Stützpunkt bis zum Tower und zum Terminal Schönefeld Alt. Aber weiter kommt man bislang eben nicht. Im März tagt nun erneut der Aufsichtsrat. Für die Flughafengesellschaft und ihre Geschäftsführung ist dies die letzte Möglichkeit, mit validen Zahlen, belastbaren Fakten und realistische Zeiträumen deutlich zu machen, ob und wann der Flughafen eröffnen kann.

Gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen muss die Geschäftsführung jetzt ein Angebot erarbeiten. Dieses müsste sichtbar machen, dass es im Unterschied zum Jahr 2012 ein belastbares Konzept zur Sanierung und technischen Fertigstellung des Hauptgebäudes gibt. Die Öffentlichkeit und die Verantwortlichen in den drei betroffenen Regierungen und Parlamenten – Brandenburg, Berlin, Bund – von der Verlässlichkeit eines Eröffnungstermins zu überzeugen, wird dann immer noch sehr schwer sein.  Niemand ist schließlich bereit, endlos Gelder für ein Vorhaben bereitzustellen, von dem man nicht sagen kann, dass es auch gelingt.
(OW-Beitrag)

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