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Christoffers zur Europawoche in Bernau

Botschafterin Schommer und Minister Christoffers beim Forum mit Schülern des Barnim-Gymnasiums

Mit rund 120 Veranstaltungen begeht Brandenburg vom 2. bis 10. Mai 2010 die Europawoche. Als Gemeinschaftsaktion der 16 deutschen Länder, der Bundesregierung, der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland und des Informationsbüros des Europäischen Parlaments in Deutschland wird diese Woche bereits zum 16. Mal durchgeführt. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Brandenburg: Europa gegen Armut und soziale Ausgrenzung“.
Am Montag, den 3. Mai, besuchte der Brandenburgische Landtagsabgeordnete und Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Ralf Christoffers aus diesem Anlass das Barnim-Gymnasium in Bernau, um mit den Schülern zu europäischen Fragen ins Gespräch zu kommen. An seiner Seite hatte er einen kompetenten Gast – die Botschafterin Luxemburgs in der BRD, Frau Martine Schommer, die selbst jahrelang in Brüssel als Botschafterin bei der EU gearbeitet hat.

Angesichts der aktuellen Situation brannten den rund 30 Schülern der Klassenstufe 12 vor allem Fragen rund um Griechenland und den geplanten Finanzhilfen unter den Nägeln. Ob es nicht besser sei, in Griechenland wieder die nationale Währung einzuführen und das Land aus der Euro-Zone auszuschließen, war z. B. eine der vielen Fragen. Oder: „Warum muss Deutschland von allen EU-Ländern am meisten für Griechenland bezahlen?“ Aber auch Bedenken über eine weitere Aufnahme neuer Länder in die EU wurden artikuliert.

Beide prominenten Gesprächspartner machten deutlich, dass die Länder der Europäischen Union eine Schicksalsgemeinschaft darstellen, die nur gemeinsam den Herausforderungen der Globalisierung standhalten könnten. „Die Bedeutung allein für Brandenburg lässt sich ermessen, wenn man sich überlegt, dass die EU für regionale Entwicklung in der aktuellen Förderperiode 2007-2013 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellt“, sagte Christoffers. Allerdings sei eine weitere tiefer gehende Zusammenarbeit und Koordinierung auch auf anderen Gebieten als der Währung erforderlich, so z. B. in Wirtschafts- und Sozialfragen, wie Ralf Christoffers betonte. Aber auch auf dem Gebiet der Finanzen bedarf es neuer Regelungen. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für einen europäischen Währungsfonds und an Stelle privater Rating-Agenturen für eine unabhängige EU-Agentur aus. Und hinsichtlich der zukünftigen EU-Erweiterung ergänzte die Botschafterin, dass neben „Vollmitgliedschaften“ auch „andere Formen der Mitgliedschaft“ in der EU denkbar seien.

Nach gut einer Stunde schien das Verständnis der Schüler für die europäische Integration etwas gewachsen zu sein. Und insofern wurde das Ziel der Veranstaltung – einen Beitrag für das gegenseitigen Kennenlernen und Zusammenwachsen der Völker Europas zu leisten – erreicht.

Zuvor waren Ralf Christoffers und Frau Botschafterin Schommer im Rathaus von Bürgermeister Handke empfangen worden. Es folgten ein Besuch in der St. Marienkirche und später dann ein Rundgang durch das Bauhaus-Ensemble in Waldfrieden.

Beim Abschied verabredeten Ralf Christoffers und Botschafterin Schommer, sich zu einem Arbeitstreffen wiederzusehen. Er sei an den EU-Erfahrungen der Botschafterin interessiert, meinte Christoffers. Noch ein Beispiel für den gelungenen Auftakt der Europawoche!

W. Kraffczyk