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Zu Besuch bei Bernauer Unternehmen

In der neuen Produktionshalle der Wäscherei Findling.
Minister Christoffers lässt sich vom Geschäftsführer der BK Kunststoffe Bernau GmbH, Herrn Grünwald, ein neues Prüfverfahren erklären.
Besichtigung der Anlage, mit der Kunststoffteile zugeschnitten werden.
Während der Diskussionsrunde mit Vertretern des Fachverbandes landschafts- und Gartenbau.
Wirtschaftsminister Christoffers erhält eine "Charta Zukunft Stadt und Grün" vom Vertreter des Fachverbandes.

Betriebsbesuche sind für den Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers immer eine willkommende Gelegenheit, sich über die Wirkungen der Landespolitik an der Basis ein genaues Bild zu verschaffen und die Wünsche und Erwartungen der Wirtschaftsakteure in Erfahrung zu bringen. Dies umso mehr, wenn es seinen Wahlkreis betrifft, dessen Entwicklung ihm besonders am Herzen liegt und in dem er zur Wahl am 14. September erneut als Direktkandidat antritt.

Bei seiner Tour am 7. August konnte er zufrieden feststellen, dass sich die insgesamt dynamische Wirtschaftsentwicklung im Land auch in den besuchten Unternehmen in Bernau widerspiegelt. So hat die Wäscherei Findling den Standortwechsel von Lobetal in das Gewerbegebiet Rehberge in Bernau erfolgreich gemeistert und durch neue Technik die Weichen für effizienteres Wirtschaften gestellt. Zudem hoffen die Inhaber auf die baldige Genehmigung für einen Dreischichtbetrieb, um so 10 bis 15 neue Arbeitsplätze schaffen zu können.

Auch die BK Kunststoffe Bernau GmbH, die in kürze ihr 20-jähriges Betriebsjubiläum feiert, blickt zuversichtlich voraus. Mit ihren 25 Mitarbeitern kann sie mit ihren Spezialanfertigungen von Bauteilen für den Maschinenbau, für die Luft- und Raumfahrtindustrie und andere Zweige ein stetiges Wachstum verzeichnen. Der Minister fand sich in seinem Kurs bestätigt, die Verbindung von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen mit dem produzierenden Gewerbe besonders zu fördern, denn der Bernauer Betrieb ist mit seiner Hochtechnologie auf Partner angewiesen. Erfreut wurde von den Gesprächspartnern die Einladung des Ministers aufgenommen, sich an einer Wirtschaftsdelegation nach China zu beteiligen, um auch den asiatischen Markt stärker für den Absatz der Produkte zu erschließen.

Bei seiner letzten Station, den Bernauer Stadtwerken, konzentrierte sich der Meinungsaustausch insbesondere auf die Energiestrategie 2030 des Landes. Die Geschäftsführerin Frau Köhler verwies darauf, dass die Konzeption zum Anlass genommen wurde, um eine eigene Strategie für den Zeitraum bis 2025 zu erarbeiten. Kernstück ist die Umwandlung des Unternehmens von einem Energielieferanten zu einem Energieerzeuger. Bereits jetzt werden rund 20 % des gelieferten Stroms selbst erzeugt. Das Unternehmen ist an Wind- und Solarparks beteiligt und plant eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen im Landkreis.

Aber es wurden von den Gastgebern der besuchten Unternehmen wie auch von den Teilnehmern einer Diskussionsrunde des Fachverbandes Garten- und Landschaftsbau Berlin-Brandenburg mit Minister Christoffers am späteren Nachmittag ebenso Probleme benannt.
Ein immer wieder formuliertes Stichwort war die „Fachkräftesicherung“. Ralf Christoffers betonte in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, Finanzhilfen für berufsbegleitende Qualifizierung zu beantragen. Zudem werde zurzeit ein Programm für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen einerseits und den produzierenden Unternehmen erarbeitet. Im Übrigen sei die Landesregierung dazu auch im Gespräch mit der Bundesanstalt für Arbeit.
Thematisiert wurden ebenfalls die hohen Stromkosten. Der Wirtschaftsminister verwies auf eine Bundesratsinitiative der Landesregierung, um die im Osten relativ hohen Netzentgelte gerechter zu verteilen. Diese Vorschläge fanden weder bei der Bundesregierung Gehör noch im Bundesrat eine Mehrheit. Jetzt soll nochmals ein Anlauf zur Änderung der Lage unternommen werden. Die Landesregierung konnte sich auch nicht mit ihrem Vorschlag zur zeitweiligen Streichung der Stromsteuer durchsetzen.
Zu Fragen bezüglich der Wirtschaftsförderung und dem Erhalt und Ausbau des Straßennetzes hob Minister Christoffers hervor, dass in der neuen EU-Förderperiode ab 2014 dem Land nur noch 55 % der Mittel, die es früher erhalten hatte, zustehen. Deshalb sei man zunehmend dazu übergegangen revolvierende Fonds einzusetzen, die nach einiger Zeit zurückgezahlt und erneut verwendet werden können. Straßenbau werde übrigens von der EU nicht mehr gefördert, so dass dem Bund eine größere Verantwortung zufällt. Die Landesregierung hat jedoch für die nächste Legislaturperiode ein kommunales Investitionsprogramm in Höhe von 500 Mio. € angekündigt, das sicher auch der Infrastruktur zugutekommen wird. Der Wirtschaftsminister hat bereits zugesagt, die Ko-Finanzierung sämtlicher durch die EU geförderter Maßnahmen zu sichern.

Insgesamt konnte der Minister ob der sachlichen und aufgeschlossenen Gespräche, die nach Ansicht des Beobachters beiderseits zum Erkenntnisgewinn beitrugen, ein positives Fazit seiner Besuche ziehen.

W. Kraffczyk